Mom ist beruhigt, mein Bruder kümmert sich im Zweifel um alles.
Florian gibt Gas und das im wahrsten Sinne des Wortes. Nach einer kurzen Rast am Rande der einzigen befestigten Überlandstraße in Namibia geht es auf die Schotterpiste und Dank Florian müssen mindestens drei Hasen ihr Leben lassen. Zumindest hätte er anhalten und mir am nächsten Tag Hasenbraten machen können.
Man könnte jedoch sagen, mit jedem toten Hasen meldet sich um so stärker das Rad zu Wort. Irgendwann wird dann jenes, was wir als normal für eine Schotterpiste angesehen haben, uns doch etwas zu laut und wir denken, wir halten mal kurz an. Und man könnte denken, der brennende Flieger hätte noch nicht gereicht so sahen wir ein total zerfetzten Reifen. Nun kann ich dies nicht ganz auf Florians hasentötende Fahrweise schieben, denn irgendwann - die Hasen werden es danken - hatten wir doch den Fahrer- und Beifahrersitz getauscht. Nützte aber alles nix, der Reifen musste gewechselt werden. Florians Papa sei Dank hatten wir eine Taschenlampe dabei, ich sorgte also dafür, das Florian ins rechte Licht gerückt Arbeiten konnte. Das nennt man(n) doch Arbeitsteilung - aber wir wollten auch weiterfahren.
Irgendwann nach weiteren Stunden auf vereinsamten Wegen und durch eine wirklich stockdunkle Nacht erreichten wir unsere Logde gegen 1 Uhr. Das mit der stockdunklen Nacht ist übrigens wörtlich zu nehmen, denn da weit und breit keine Stadt sich aus dem Boden emporhebt, sieht man nicht mal die Hand vor seinem Gesicht, wenn der Mond und die Sterne verdeckt sind. Also 1 Uhr bellten zwar die Hunde, aber unser Gastgeber war zwischenzeitlich zu Bett gegangen. Gut das Florian angerufen hatte und so konnten wir ihn bedenkenlos wecken, wenn er nicht durch seinen bellenden Hund sowieso erwacht war. Viel Interesse für die Natur hatten wir dann nicht mehr und sind nur noch ins Bettchen gefallen und sofort eingeschlafen.
