Da ich zuvor noch ein Seminar in Gummersbach machen durfte, ging es für mich von Düsseldorf über London, während Florian von München über Zürich flog. In Johannesburg sahen wir uns dann wieder, er saß schon beim Kaffeeschlürfen, war ja auch schon eine Stunde vor mir in Johannesburg gelandet. Bis auf die kleinen Windboen beim Landesanflug ging bis dahin noch alles glatt. Florian war schon gestartet in Richtung Windhoek und ich sollte eine Stunde später nachkommen. Die Boeing 727-100 von Comair startete natürlich auch, bloss kam sie in Windhoek nicht an. Denn nachdem die Stewardessen - es war kein einziger Steward auf diesem Flug - gerade mit dem ersten Service durch waren, strömten sie zusammen, blickten in ihre Notfallkarten ... und machten die Durchsage: "Wegen eines Brands im Triebwerk müssen wir leider nach Johannesburg zurückkehren." Schnell mal die Notlandeposition geübt, die wichtigsten Sachen wie Reisepass und Kreditkarte aus der Tasche genommen und schon waren wir wieder in Johannesburg - abseits des Terminals. Das kleine Feuerschen war zwar schon wieder gelöscht, aber die Feuerwehr empfing uns trotzdem. Die ganze Aufregung war also umsonst - aber wie komme ich nun nach Windhoek, da wartet ja jemand auf mich ...
Erstmals durfte ich in der netten Lounge von British Airways Platz nehmen und das selbe Problem tat sich auch bei anderen Passagieren auf. Eine Familie mit zwei kleinen Kindern hing schon seit zwei Tagen in Johannesburg, tolle Aussichten. Erstmal mit Florian telephoniert, der schon in Windhoek wartete, aber sagen konnte ich noch nichts. Er sollte schonmal den Wagen holen ... ich meld mich wieder.
Und dann gab es noch ein anderes Problem, meine liebe Mom. Wenn die erfährt, dass in Südafrika ein Flugzeug notgelandet ist, kriegt sie die Panik. Wenn ich mit ihre telephoniere, werd ich arm - der Ausweg war dann doch mein Bruder, der schnell eine SMS mit den wichtigsten Informationen bekam: "Torsten ist notgelandet, alles heil geblieben."
British Airways war dann so frei und hat mir einen Flug mit Air Namibia spendiert. Kleine süsse Maschine und ich nahm auch noch eine österreichische Mutter mit ihrer Tochter mit. Sprachen kein Wort Englisch und haben mich gebeten, ihnen in Windhoek zu helfen.
Florian informiert, er soll nach Eros kommen und wann ich Lande und schonmal das Gaspedal klarmachen, damit wir schnell starten können. Und schon gings los, ne kleine süsse Maschine, neben mir ein Mitarbeiter von namibianischen oder südafrikanischen Wasserministerium, der mich rasch mal über die aktuelle Lage informiert hat und schon gabs was zu essen. Der Kaffee viel aus: "Ladies and Gentlemen, we have a problem ... with the coffeemaker." Nach den ersten Worten dachte ich eigentlich schon, so ein Triebswerksbrand wird doch nicht zweimal am Tag vorkommen ...
In Windhoek waren die Formalitäten schnell erledigt. Von 2B war ich der Erste, der aus der Maschine raus kam, schnell durch den Zoll und die Grenzkontrolle durch, Florian wartete schon und ab gings Richtung Süden.
Stopp, da war doch noch was ... stimmt, die beiden Österreicherinnen. Die hatte ich doch glatt vergessen, so beschäftigt wie ich wiedermal war. Na gut dass in Namibia auch Deutsch gesprochen wird ... das beruhigte mein schlechtes Gewissen ein wenig.
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