Tuesday, February 28, 2006

Dubai oder do buy?


Und schon sind wir am Ende dieses zwei wöchigen Trips angelangt. Nicht ganz, den der Montag ist ja schließlich noch für Dubai - oder „do buy“ - reserviert. Also Sachen gepackt (irgendwie sind es doch mehr als ich mitgenommen habe), zum Flughafen gefahren, eingecheckt und den Service der freundlichen Stewards und Stewardessen von South African Airways und Emirates genossen. Als ich in Cape Town zum Flughafen gefahren bin, hab ich mich das erste Mal gefragt, warum ich eigentlich überhaupt wieder fliege!!!

Nun sagte mir die freundliche Dame vom Check In in Cape Town, ich hätte 10 Kilogramm zu viel Gepäck. Zwar nicht so genau, aber so ungefähr habe ich dies schon gewußt ... war ja auch hinzu schon zu viel. Da war dann also wieder der süsseste Dackelblick fällig, den ich aufsetzen konnte und die Frage: „Können wir da was machen?“ Können wir natürlich, die Miles&More-Karte von Lufthansa und die Skyward-Karte von Emirates zeigen doch hier ihre Wirkung und bekannt nur ausnahmesweise die spezielle Erlaubnis, 10 Kilogramm mehr Gepäck einzuchecken als erlaubt. Danke, South African!!!

Irgendwie macht fliegen mit South African richtig Spaß. Der Sitznachbar reist einen Witz nach dem anderen, die Crew hat immer ein Lächeln auf den Lippen und kommt damit jeder anderen Crew auf dieser Welt deutlich zuvor (so natürlich) und was zu trinken gibt es auch noch. Irgendwie schien ich habe von den vorherigen Nächten ziemlich geschafft zu sein und schlief rasch ein. Allerdings einen netten Plausch mit dem freundlichen wie gutaussehenden Nachbarn (der etwas vorlaute saß noch einen Sitz weiter) kam doch noch zu Stande. Wir hätten sollen die Nummern tauschen ...

In Johannesburg angekommen merkt man dann, wo die Prioritäten liegen. Das Domestic Terminal war richtig groß und modern. Das International Termin dafür ziemlich klein und eng. Aber ich spürte zum letzten Mal „That´s Africa!“. Diesmal war Emirates aber ausgebucht und ich habe durchgeschlafen. Zu müde für irgendwas anderes.

Früh um 5 Uhr waren wir dann in Dubai gelandet. Nun wird sich jeder Fragen: Was macht man um 5 Uhr in der Früh in Dubai. Ich auch! Aber erst mal mußte ich die Formalitäten hinter mich bringen: Einreise, Zoll und so weiter. Während mein sonstiges Gepäck tief in den Katakomben von Dubai International auf meine Nachmittagsmaschine schlummerte, mussten Trumb und Computer irgendwie untergebracht werden. Zunächst Geld gezapft, aber keines kam und ich war dann doch ganz froh, in Deutschland vor dem Abflug nochmal ein paar bare Euros gezapft zu haben, denn die Creditkartenfirma schien irgendwie das Limit ohne mein Wissen reduziert zu haben (nachdem ich mich beschwert hatte, war die Sache dann auch geklärt und so bin ich für sämtlichen nächsten Trips um die Welt gut gerüstet).

Als ich den normalen Bus nahm, staunten die Berufstätigen dann irgendwie wohl nicht schlecht. Normalerweise sind sie wohl gewohnt, eher weniger mir irgendwelchen Europäern früh morgens (oder auch generell) im Bus zu sitzen. Allerdings find ich es ganz spannend, nicht als normaler Tourist durch die Gegend zu gondeln, sondern doch ganz schön wie die Einheimischen auch. Und wo wollte ich nun eigentlich hin, denn die Frage konnte ich im Vorfeld nicht wirklich beantworten - einfach mal schauen in sechs Stunden. Die freundliche Pakistani am Flughafen half mir dann auch uns gings nach Deira. Hier ist der Gold Souq ebenso wie der Fischmarkt.

Wer nun denkt, Dubai ist der Traum aus Tausend und einer Nacht der täuscht sich ziemlich gewaltig. Dubai entspricht dann doch eher dem Klischee (im positivsten Sinne) einer arabischen Händlerstadt: überall kleine Läden, mal ein Markt dazwischen, enge Gassen und Moscheen. Als ich um 6.30 Uhr in Deira angekommen war, hat die Stadt auch noch geschlafen und das Einzigste, wo Leben herrschte, war der Fisch- und Obstmarkt. Einmal schnell drüber gelaufen und hätte ich noch Platz im Gepäck gehabt, so wäre ich doch an den Daddelständen nur schwer vorbeigekommen. Und so führte mich mein Spaziergang durch eine langsam erwachende Stadt, die hier ganzes Händlerleben bis 10 Uhr ausbreitet. Natürlich gibt es auch hier McDonalds (natürlich mit arabisch abgestimmtem Angebot), aber viel interessanter ist dann doch, in einer der vielen kleinen Garküchen einzukehren und die Köstlichkeiten Arabiens zu testen. Nur zu testen, denn für ein wirklich obulentes Mahl war es doch noch zu früh und dies muss deshalb auf das nächste Mal verschoben werden.

Und dann zeigte sich auch mal wieder, das Reiseführer dann doch nicht so ganz der Wahrheit entsprechen. Das Al Gurair-Center wir als Megamall angekündigt und in Wirklichkeit war sie zwar schick, würde aber in jedes Wohngebiet in Deutschland passen. Nicht groß, aber eine angenehme Auswahl an Ware. Und irgendwann brauche ich mal so einen schicken weißen luftigen Umhang, wie ihn de Duabais tragen.

Irgendwie war die Zeit dann ziemlich schnell wieder vorbei und es ging zurück zum Flughafen. Und da zeigte sich dann wieder, das Dubai doch eine weltoffene Gemeinde ist. Frauen sind wie selbstverständlich überall präsent. Als Grenzkontrolleure oder sonstwo am Airport, und dies nicht nur unter den Gastarbeitern. Und von Uniformzwang kann auch keine Rede sein, denn die Border Police trägt zwar auch Uniform, aber auch mal ganz zwanglos einen Umhang oder manche Frauen Schleier. Das müsste man mal in Deutschland erleben!

Einen kleinen Zwischenfall gab es dann leider doch noch, denn als ich mein Gepäck wieder haben wollte, wollte die Dame nochmals Geld sehen. Ein kleiner Disput half die Sache rasch zu klären, da hatte wohl am Morgen jemand anderes nicht ganz richtig aufgepaßt.

Übrigens: Das Dubai ziemlich fortschrittlich ist, zeigte sich mir wieder einmal bei der Ausreise. Etwas erstaunt schaute ich, als ein paar Leute wie durch eine Schranke gingen und einfach eine Magnetkarte hinhielten - und so schnell die Grenzkontrolle hinter sich ließen. Meine natürliche Neugierde musste in diesem Moment befriedigt werden und „meine“ Grenzbeamtin musste mir also die Frage beantworten, was da vor sich ging. Tat sich natürlich gerne. Reist jemand öfter in Dubai ein, kann er sich eine Karte ausstellen lassen, wo die Visadaten gespeichert sind und so rasch und einfach die Grenzkontrolle passieren. Ob dies auch mal in Deutschland kommt?

Und dann stand der Flieger bereit: „Mr. Matzak, you are upgradet in the Business Class.“ So macht fliegen noch mehr Spaß und geschafft wie ich war, konnte ich den Schlafsessel doch ganz gut gebrauchen.

Wenn es noch interessiert: alle Flugzeuge sind diesmal ohne Beanstandung geflogen, keines hat gebrannt. Nur der Bus von Windhoek nach Swakopmund (20 Kilometer von Swakopmund) hatte ein paar Problemchen, die jedoch dank eines schnell aus Swakopmund herbeigerufenen Mechanikers behoben werden konnten. Und von Windhoek nach Cape Town fiel „leider“ das Entertainmentprogramm aus. Wer nachvollziehen kann, wie oft ich dies auf Flügen nutze, kann sich vorstellen, dass sich meine Enttäuschung in Grenzen hielt.

Sunday, February 26, 2006

Mal ehrlich ...

Wer mal bei Whimpy´s essen gehen will, wird neben einem durchaus leckeren Bürger mit Pilzen noch etwas anderes finden. In gewisser Weise ist hier nämlich die Zeit der Apartheid stehen geblieben und dies wird bereits bei der Kleidung deutlich. Der Geschäftsführer ist in zivil, die leitenden Mitarbeiterinnen tragen lediglich ein Hemd, während die schwarzen Kellnerinnen und Küchendamen alle noch Mützen tragen dürfen.

Nun heißt das nicht, dass die weißen Mitarbeiterinnen wirklich besser gestellt sind. Aber erstens lebt die Apartheid doch hier insofern weiter, dass nicht die schwarzen Mitarbeiterinnen mal den weißen sagen dürfen, wo es lang geht. Und zweitens macht sich die auch noch in der Kleidung mehr als deutlich. Wer kommt da nicht auf die Idee, dass in einem Land mit dem Motto „Better live for all“ doch noch an gewissen Punkten die alten Zeiten erhalten geblieben sind.

Und bevor sich hier irgendwo jemand zu früh aufregt, kommt einfach mal an einen Entry Counter. Wenn er ein besonderes Glück hat, wird er von einem schwarzen Beamten als Weißer ganz besonders tiefgründig angeblickt. Genauso wenig wie Whimpy´s ist jedoch auch die repräsentativ für das heute Südafrika mit einem schwarzen Präsidenten und zwei Frauen als Speaker der Parlamentskammern.

Thursday, February 23, 2006

Mein Table Mountain

Am nächsten Tag stand dann der Aufstieg zum Tafelberg an. Für jeden Cape Town-Besucher eigentlich ein muss und da ich ja das letzte Mal nicht nur zum Vergnügen hier war, mußte dies unbedingt nachgeholt werden. Es gibt zahlreiche Wege, um auf den Hausberg der Capetowniens zu bezwingen. Der einfachste ist die Cable Car (wenn Strom vorhanden ist). Wer mich kennt, kann sich natürlich denken, dass ich den schwierigsten Aufstieg ausgesucht hatte. Am Anfang lief die Sache auch ganz gut. Flotten Schrittes bin ich losgegangen und Sascha „Blanche“ schnurstracks hinterher. Man lernt bei so einem Aufstieg eine ganze Menge netter Leute kennen, sagt „Hallo“ und geht weiter. Bei der nächsten Pause kommen die Gruppen dann hinterher und wünschen einem selber wieder alles Gute. Bis das Plateau erreicht ist, sieht man so eigentlich immer die selben Leute und irgendwie gibt dies doch ein Gefühl von Sicherheit. Geübte Capetowniens schwirren dann schon einmal singend an einem vorbei und bevor ich selber den Berg erklommen hatte, kam der Mann mittleren Alters bereits zurück, als wäre nichts gewesen - während dessen ich noch nicht mal das Plateau erreicht hatte und schon ziemlich am Ende meiner Kräfte war. Irgendwie scheint es wohl hier ein Sport zu sein, den Table Mountain zu erklimmen.

Also ging es weiter, der Schritt war schon nicht mehr ganz so stramm wie am Anfang und zwischendurch war mir doch einfach die Luft weggeblieben. Die Sonne stand auch zwischenzeitlich immer höher und sagte mir unnachgiebig, dass sie eine unheimliche Strahlkraft besitzt und ich immer fortlaufend was trinken soll. Gesagt getan und die Zeit zwischen den Rasten wurde immer kürzer.

Aber irgendwann hatten wir dann doch geschafft, was wir uns vorgenommen hatten und standen auf dem Plateau. Die wunderbare Aussicht bis zum Cape Point belohnte das die Qualen des Aufstieges und irgendwie konnte ich wieder mal sagen: „Geschafft!!!“.

Und da ich ein Sonntagskind (fast) bin, war die Aussicht einfach hervorragend. Südlich bis Cape Point, nördlich und östlich bis weit ins Land, westlich ging der Blick nach Robben Island. Als ich zwei Tage vorher angekommen war, sah dies noch ein wenig anders aus und der Table Mountain hüllte sich in Wolken, einen Tag später im Smog.

Und dann hatten wir es uns auch verdient, dass wir in der Bergstation einen kleinen Imbiss zu uns nehmen.

Wednesday, February 22, 2006

Lovly Cape Town

Cape Town wie es ist. Lebendig, hektig und einfach mal wieder unendlich warm. So ist es halt, wenn man tief in den Süden fährt.

Gleich am zweiten Tag stand eine Stadttour an und es wahr doch erstaunlich, wie wenig sich in fünf Jahren verändert hat. Sofort erkannte ich wieder unser altes Hotel in der Buitengracht, Marco´s African Place - eines der besten traditionellen Restaurants in Cape Town -, V&A Waterfront und die Long Street. Wer das alte Cape Town sehen will, geht am besten in die Long Street. Die zahlreichen Cafe, Bars und Backpackers sind alle noch in den alten kolonialen Gebäuden untergebracht und wie man in Windhoek und Swakopmund in die frühen zwanziger Jahre des Golden Age in Deutschland zurückversetzt wird, so wird man sich hier im viktorianischen Zeitalter wiederfinden. Zwar sind die Farben nicht mehr ganz orginal, aber man erahnt, wie Cape Town früher mal ausgesehen hat. Leider ist man jetzt auch langsam dabei, diesen tradtionellen Baustil einzureisen und durch neuere Einheitsbauten zu ersetzen. Ob damit wirklich die Kriminalität bekämpft werden kann?

Und dann die gute Waterfront. Hier bekommt man eigentlich alles, was der Mensch so im Alltag braucht und so wird Waterfront nicht nur für Touristen zum Anziehungspunkt, sondern ist auch für jeden in Cape Town lebenden zur Versorgung mit den notwendigen Dingen unerläßlich geworden. Angefangen natürlich beim Geld (wobei das Bankkonto trotzdem noch gedeckt sein muss) über Kleidung bis zum ganz normalen Haushaltsbedarf findet sich hier wirklich alles. Und noch nicht einmal wirklich teuer. Wer meine Leidenschaft für Bücher kennt, wird sich sicher denken können, dass dies einer der Anziehungspunkte gewesen sein wird, aber dies hatte ich schon vor fünf Jahren getestet und in Waterfront gibt es einen wirklich gut sortierten Buchladen, der vor allem zu afrikanischen Geschichte und Politik zu empfehlen ist.

Übrigens fiel mir da noch die Servicegesellschaft auf, die sich hier in einer in Deutschland kaum vorstellbaren Güte zeigt. Ich war kurz in Shoprite, weil ich nicht nur von Luft und Liebe leben kann. Die Bananen auf die Waage gelegt wußte ich doch überhaupt nicht, wie ich diese bedienen sollte und ehe ich mich versah, streckte ein freundlicher gutaussehender junger Mann seine zarten Finger aus, drückte die richtigen Tasten und half mir weiter. Als ich nach einer Wassermelone fragte und diese nicht in der Auslage zu finden war, ging er schnurstracks in Lager und wollte sie für mich holen, allerdings hatten sie wirklich keine mehr vorrätig. Und wenn man an der Kasse bezahlt, langen sofort nach der Kassiererin Hände zu, um die Sachen in tragefähige Pakete zu verpacken und einem im Zweifel auch noch bis ins Auto zu bringen. So etwas wünsche ich mir doch auch in Deutschland und da macht das Einkaufen wirklich Spaß.

Ein bisschen hab ich mich allerdings doch wieder gefühlt, als wäre ich in Ghana. Da wollten wir doch glatt zum Essen fahren - und die Stadt war plötzlich dunkel. Stromausfall in der ganzen Stadt. Was ich schon aus Accra und Kumasi kannte, bloß das die Ghanesen aufgrund der ständig auftretenden Stromausfälle besser vorbereitet sind und recht schnell ein Generator zu rattern beginnt. Darauf sind die CapeTowniens noch nicht so vorbereitet und sie hoffen, dass sie die Probleme der Stromversorgung auch relativ schnell wieder in den Griff bekommen.

Monday, February 20, 2006

24 Stunden ... Swakop nach Cape Town

Nach vier Tagen hieß es dann von Swakopmund Abschied nehmen und quasi zur vorletzten Etappe dieser Reise aufzubrechen. 24 Stunden war die Bustour geplant, von Swakopmund nach Windhoek und dann gleich weiter nach Cape Town. Obwohl die Strecke ziemlich lang erscheint, so ist sie es doch nicht. Zwei Dinge verkürzen die Reisedauer ungemein: einerseits lernt man(n) ganz nette Leute kennen, da die Bustour bevorzugt von jungen Leuten unternommen wird und zweitens erlebt man die Landschaft niemals aus der Luft in der atemberaubenden Schönheit.

Wer beispielsweise noch nie einen Termitenhügel gesehen hat, wird dies auf der Strecke von Swakopmund vor Okahandja zur Genüge tun können. Einfach zum Fenster hinausschauen und wenn man einen verpaßt hat, kommt der nächste relativ schnell. Fährt man dann südlich aus Windhoek nach Cape Town heraus, so wird es zwar recht schnell dunkel, aber zumindest Anfangs kann man noch erahnen, wie die Steppenlandschaft einen einfangen kann.

Irgendwann gegen 3.00 Uhr in der Nacht wird man dann für die Passkontrolle gewechselt. Obwohl beides SADC-Staaten haben Namibia und Südafrika noch getrennte Grenzposten, so dass die Stewardess für die südafrikanische Paßkontrolle schon sagt: „Same procedere.“ Alle aussteigen, die Frage nach der Aufenthaltsdauer (immer ein paar Tage zugeben) beantworten und wieder einsteigen. Incape Mainliner ist dabei um seine Passagiere übrigens ziemlich besorgt und bevor der Bus nach Rasten abfährt, zählt eine der beiden Stewardessen immer durch, ob auch alle Schäfchen anwesend sind.

Erwacht man(n) am nächsten Morgen in Südafrika so in den Highlands der Northern Cape Province. Zunächst etwas rau und unbewachsen kommt rasch wieder die bekannte Steppenlandschaft, die bereits aus Namibia bekannt ist. Und rechts und links tauchen Weingüter, Obst- und Olivenplantagen auf. Zwar hält der Bus nicht, aber sollte man mal mit dem Auto anreisen, so lohnt sich ein Stopp sicher, denn die Weine des Kaps sind ja durchaus ziemlich berühmt.

Wenn man Glück hat, zeigt sich Südafrika auch deutlich einladender. Diesmal hat es bereits in Windhoek angefangen zu regnen und dies hat sich ziemlich bis Cape Town durchgehalten. Die Berge der Highlands waren dadurch doch ziemlich Wolkenverhangen, aber unter den Wolken kann gibt es schließlich auch genug zu sehen.

Und dann geht es nach Cape Town rein. Rund um den Tafelberg - auch ein wenig wolkenverhangen - zeigt sich Cape Town. Aber dazu mehr später.

Sunday, February 19, 2006

Swakop ... 2. Teil

Mal zurück zu Swakopmund, wohl der deutschesten Stadt südlich des Äquators. Könnte man eigentlich meinen. Kommt man in irgendein Geschäft rein - die Auswahl ist da relativ beliebig - wird man relativ grundsätzlich mit „Hallo“ oder „Guten Tag“ angesprochen. Die englische Sprachversion des ganzen findet man eher spärlich oder wenn man selbst dem Englischen verfallen ist. Setzt man sich in ein schönes Café bei Sonnenschein am Straßenrand so findet man ringsum eine deutschsprechende Gemeinde, wo man schlecht zuordnen kann, ob es sich um Touristen oder Einheimische handelt. Bloß etwas ist ganz anders, die vielen Palmen zeigen einem dann doch, dass man sich geographisch noch in den Tropen befindet. Im Gegensatz zu Ghana plagen mich diesmal bloß keine Mücken und ich benötige auch keine Malariaprophylaxe.

Was einem sofort auffällt, sind die breiten Straßen. Man könnte denken, der alte Kaiser Wilhelm hätte sie für Paraden gebraucht. Aber nachdem er nie dieses Land betreten hatte und die wenigen Truppen auch eher mit etwas anderem beschäftigt waren, müssen sie dann doch einen anderen Zweck erfüllen. Und das haben sie schließlich auch, denn die Ochsenkarren wollten schließlich auch irgendwo wenden.

Allerdings nimmt die Straßenbreite der kleinen beschaulichen Stadt irgendein ein wenig das Flair, da hier insbesondere die mittlere Begrünung fehlt. Wo dies gemacht wurde, wie in der alten Poststraße gleich beim Rathaus findet man dieses Flair einer südlichen deutschen Stadt, die viel Charme und Liebe hat. Gerade aufgrund der niedrigen Bebauung fallen die Straßenbreiten ganz besonders auf.

Und die deutsche Zeit ist hier in gewissen Grenzen irgendwie noch stehen geblieben. Das alte Kriegsdenkmal für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges mit dem Kreuz in den Reichskriegsfarben wurde für die gefallenen des Zweiten Weltkrieges erweitert. Und heroisch wird natürlich auch den gefallenen deutschen Soldaten bei der Niederschlagung des Herero-Aufstandes gedacht. Deutschland ist hier unverkennbar. Aber man sollte sich nicht zu früh freuen. Nach und nach werden alle deutschen Straßennamen - selbst so unscheinbare wie die „Poststraße“ getilgt und durch namibische Nationalhelden ersetzt. Ausnahmen sind natürlich zulässig, Fidel Castro und Robert Mugabe sei dank. So werden auch die alten Freunde des Unabhängigkeitskampfes beglückt, fehlt eigentlich nur noch Erich Honecker. Auch dies ist ein Weg, mit der Geschichte umzugehen. Ob immer der richtige, ist natürlich eine ganz andere Frage.

Und ganz zum Schluß noch einen Tip, wer eine Unterkunft sucht. Im Duneside Guesthouse ist man immer herzlich willkommen. Die Gastgeberin ist auf das herzlichste bemüht, den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Viele Tipps für Ausflüge, Essengehen und Shopping sind immer parat und beim morgendlichen Frühstück ist immer ein netter Plausch über Gott und Welt und den Namibia drin.

Friday, February 17, 2006

Wüstenlandschaften

Die Wüste muss man unbedingt besucht haben, wenn man schon in Namibia ist. Vor fünf Jahren waren Florian und ich ja schon mal in der Namib bei Sousovlei, auch wenn es nur ein kurzer Abstecher war. Gelernt daraus habe ich in jedem Fall, eine Kopfbedeckung mitzunehmen und außerdem hatte ich mir bereits bloß bei meinem Stadtrundgang in Windhoek einen ordentlichen Sonnenbrand um die Nasenspitze eingefangen. Der Wind trügt einen doch gewaltig und die Sonne ist trotz allem ziemlich stark. Also schnell in der früh noch einen Sonnenblocker gekauft und aufgetragen und der Tag konnte zu einem vergnüglichen Tag in der Wüste werden. Richtig schon die Temperaturen genießen und einheizen lassen, während in der Heimat alle gut dem Sommer entgegen bibbern.

Es ist schon faszinierend, wenn man eigentlich immer meint, in der Wüste lebt nix. S

Thursday, February 16, 2006

Ein deutsches Seebad ... oder doch Swakopmund?

Und dann hieß es quasi schon wieder Windhoek den Rücken zu kehren und ins Ostseestrandband Swakopmund zu fahren. Aber Stop, irgendwas stimmte dann doch nicht, Swakopmund liegt schließlich in Namibia und am Atlantic und hat mit der Ostsee ungefähr soviel zu tun wie San Francisco. Intercape Mainliner fuhr also überpünktlich los. Am Rande der Strecke konnte man Kututura erkennen, das Township Windhoeks quasi, von dem vor allem als Ort der Gewalt berichtet wird. Auch wenn die Strecke nicht durch Kututura führt, so kann man doch am Straßenrand einen ungefähren Eindruck gewinnen. Und die Bewohner strömen geradewegs ihrer Arbeit in der Innenstadt entgegen.

Da kommt dann auch der Gedanke auf, dass eines Windhoek fehlt: eine ÖPNV-System. Das wäre beispielsweise was, welches sich durchaus lohnen würde. Nun sind die meisten Namibianer zwar relativ laufunlustig - „Sie wollen in die Stadt laufen? Das ist doch ziemlich weit.“ 15 Minuten waren es dann. -, aber sicher wäre es doch ganz sinnvoll.

Die Fahrt mit dem Bus lohnt sich aber dafür wirklich. Zwar wurde ich vergangene Woche noch etwas entgeistert angeschaut, dass ich nicht Business Class fliege, sondern mit dem Bus nach Cape Town fahre, aber dafür genieße ich die Landschaft unterwegs - immer diese verwöhnten Luxusgören. Aber nur so erlebt man die Landschaft doch wirklich und bekommt ein Gefühl für die Schönheit dieses Landes mit seiner bunten Vielfalt. Vorbei an den Steppenlandschaften des Hochlandes taucht man irgendwann nach zwei Stunden ein in die Schönheit einer Wüste. Diesmal zwar keine Sand-, sondern eine Geröllwüste. Aber auch diese hat aufgrund ihrer Kargheit ihren Reiz.

Da fallen übrigens im ganzen Land die zahlreichen Flußbetten ohne Flüsse auf. Bereits wenn man vom Flughafen nachWindhoek reinfährt, kommt man am ausgetrockneten Bismarck vorbei. Allerdings stellt sich durchaus die Frage, ob in einige Flußbetten jemals irgendein Bächlein geflossen ist und man nimmt es einfach mal an.

Wednesday, February 15, 2006

Windhoek

Nun hieß es, doch die restlichen Tickets - für den Bus - zu kaufen. Der Flug von Windhoek nach Cape Town hatte ja nicht funktioniert und der Bus fuhr auch erst am Montag nach Cape Town. Also verschiebt sich alles um einen Tag, ein Tag weniger Cape Town, ein Tag mehr Swakopmund.

Also nutzte ich den einen gewonnenen Tag Windhoek, um das nachzuholen, was mir fünf Jahre vorher nicht gelungen war. Eine kleine Citytour durch die namibisch-deutsche Stadt.

Nun war gerade an diesem Tag die Eröffnung der Parliamentary Session, was zur Folge hatte, dass ich gleich zwei meiner Lieblingsbesichtigungen nicht nachkommen konnte. Sowohl das Parlament als auch die Christus Kirche war geschlossen. Ein Offizier hat mir dann erstmal erläutert, was so gerade vor sich geht an der Christus Church und so war ich auf eine freundliche Art über die wichtigsten Dinge informiert. Als ich ihm sagte, dass unsere Parlamentsferien im Sommer von Juni bis August stattfinden, hat er sich gar nicht mehr einkriegen können. Denn das Sommer nicht im Dezember bis Februar ist, konnte er gar nicht glauben und hielt das eher für ein Stück aus dem Tollhaus. Und das, obwohl seine Tochter in London studiert. Aber ich muss mich schließlich auch erst daran gewöhnen, dass ich im Winter bei 25 Grad durch die Straßen wandere ohne dicke Jacke, Handschuhe und sonstige kälteabweisenden Utensilien. Einfach in einer dünnen Baumwollhose und einem Sommerhemd.

Als ich dann mal fragte, ob es denn erlaubt ist, die Treppen zum Parlament hochzugehen, gab es kein Problem. Als ich dann jedoch den roten Teppich betrat und mich nicht als First Lady oder eine ähnlich hochgestellte Person ausweisen konnte, war es vorbei und mir wurde gesagt, ich sollte doch besser mal wieder den Abstieg wagen. Gesagt getan, dass innere des Parlaments bleibt also aufgehoben und so werde ich dies beim nächsten Mal ebenso erst in Angriff nehmen können ebenso wie das innere der Christus Church zu inspizieren.

Also wieder den Berg des Tintenpalastes runtergelaufen. Man nehme dann den kleinen, aber feinen Craft Market war, der einlädt zum Shoppen und Handeln. Man beachte dabei jedoch, schauen ist erlaubt, aber wer einmal nach dem Preis fragt, ist zum Kauf verpflichtet und beleidigt den Händler, wenn er nicht handelt.

Und dann gibt es da noch die Sanlam Mall. Für eine Kleinstadt durchaus ansehnlich, aber viel findet man dort nicht. Hier hab ich übrigens mal wieder meiner dritten Leidenschaft auf Reisen gefrönt: der Inspizierung von Buchhandlungen. Wirklich gut sortiert waren sie eigentlich nicht, gerade was die Bereiche History and Politics angeht. Diese beschränkte sich vor allem auf Namibia und Südafrika. Wer sich über die Geschichte dieses schönen Landes informieren möchte findet dazu dann doch eine bessere Auswahl 500 Meter weiter weg in einer wunderschönen kleinen deutschen Buchhandlung, die wirklich deutschsprachig ist und nahezu ausschließlich deutschsprachige Literatur verbreitet. Diese ist durchaus ausgewogen und nicht ganz so konservativ wie die „Allgemeine Zeitung“.

Für alle Namibia-Reisende sei übrigens das AUAS CITY HOTEL empfohlen. Auch wenn mein beruflich geübtes Auge so einige kleinste Mängel feststellen sollte - ein wenig mehr Farbe wäre eines -, so sei es doch empfohlen. Überaus freundliche Damen am Empfang, eine zuvorkommende Küchenchefin und ein nettes Flair. Wer also keinen großen Wert auf Luxus, sondern Praktibalität legt, ist hier gut bedient. Wenn die Bauarbeiten zur Erweiterung der angrenzenden Mall fertig sind, ist auch dieses Problem endgültig ausgestanden. Und obwohl es als City Hotel für Windhoeker Verhältnisse doch ein wenig abseits liegt, ist man innerhalb von 15 Minuten locker an der Independence Avenue, also auch dies kein Problem.

Und auch die Frage der Kriminalität sollte nicht überbewertet werden. Am hellichten Tag sollte man sicher auch vollkommen abgeschiedene Plätze meiden, aber ansonsten findet man durchaus überall Männer von der Sicherheit, die einem das Gefühl von Sicherheit vermitteln. Beachtet man noch einige Grundregeln wie die Vermeidung der Sichtbarkeit von Goldketten dürfte dem vergnüglichen Stadtbummel eigentlich nichts mehr im Wege stehen und sei empfohlen. So lernt man diese kleine Stadt dann doch ein wenig besser kennen als in der Sterilität eines Autos, welches schnell mal vorbeifährt.

Da ist mir dann übrigens bereits beim Aufstehen ein Bild aufgefallen, was sich wohl in der Grundtendenz irgendwie auch in die Heimat übertragen läßt. Einer arbeitet und ungefähr zwanzig Andere schauen im aufmerksam dabei zu. Am Nachmittag war das Bild zwar ein wenig ausgeglichener, aber die das eigentlich auffällige blieb doch erhalten. Und die Wahrnehmung ist auch relativ baustellenunabhängig. Warum kam mir dieses Bild nur so bekannt vor?

Monday, February 13, 2006

Fly Emirates und die kurze Einreise in Johannesburg

Wieder einmal stand es an, die Welt zu erobern. Diesmal wieder das südliche Afrika, quasi die Fortsetzung von 2000. Diesmal nicht mit British Airways und diesmal nicht mit Florian. Diesmal mit Emirates und diesmal allein. Dem Winter in Deutschland entfliehen und auch war es seit dem ich aus Ghana zurück bin das erste mal, dass ich über die Landesgrenzen hinaus gelangt bin - abgesehen von vier Tagen London.

Emirates ist wirklich eine phantastische Gesellschaft und wirklich international. Allerdings frage ich mich, warum nahezu alle Fluggesellschaften damit anfangen, sobald sie den europäischen Kontinent hinter sich gelassen haben, komisch zu werden. Emirates nämlich auch: bevor sie in Dubai boarden, kommt die Durchsuche auf die strikte Beachtung der Politik ein Stück Handgepäck und nicht über sieben Kilogramm. Und dann erfolgt nicht mal eine Probe und der Flieger war sowieso nur halb ausgebucht. Also eigentlich eine Durchsage für die Katze.

Dubai International ist da auch eine nette Sache. Kleiner als immer behauptet mit einem langen Terminal. Der Flughafen scheint zumindest Nachts nicht zu schlafen, den während man in Deutschland und anderswo gewohnt ist, dass ab einer gewissen Zeit es ruhiger zugeht, ist dies in Dubai nicht der Fall, jedenfalls nicht zwischen 23 Uhr und 4 Uhr. Und überall sieht man Leute, die man sich in Dubai genau vorstellt: Kleider, keine Anzüge und dies mit einem Stolz vor sich hergetragen. Und auf einmal kommt doch tatsächlich Unruhe in das ganze Gewirr von Menschen ... da schwirrt eine Lufthansa-Crew ein, die wie keine andere Crew sonst Wind verbreitet und zeigt: hier sind wir und wir sind wer.

Und dann Johannesburg. Wieder wurde ich gezwungen, für eine kurze Zeit in ein Land einzureisen, diesmal zwar nicht zum ersten Mal und auch werde ich dort auch nochmal eine längere Zeit in kürze verbringen. Aber es sorgt doch ein wenig Aufregung. Lange Schlangen vor der Immigration und die Gefahr, dass der Anschluß weg ist. Guter Rat ist Teuer oder auch nicht, denn mit einer Frage komme ich beim Counter „Diplomatics“ doch glatt durch. Kann ich mich jetzt als Diplomat fühlen und mein angeborenes Feingefühl hervorstreichen?

Übrigens: wenn man Johannesburg anfliegt, sollte man einen Blick aus dem Fenster riskieren und man merkt relativ schnell wo Soweto und wo die besseren Viertel der Wirtschaftsmetropole Südafrikas zu finden ist. Sieht man also eher auf lehmbraune Wege und Straßen so kann man getrost annehmen, dass man Soweto von oben sieht. In der ferne ragen dann die Geschäftshochhäuser hervor und kann sieht die schön getünchten Häuser der upper class.

Und plötzlich war wieder alles, wie bereits vor fünf Jahren. Ich warte in der Tiefgarage von Johannesburg International, SAA nach Windhoek wird am selben Gate abgefertigt, daneben SAA nach Harare. Und dann kommt wieder BA dran und wieder mit em Bus zum Flieger und wieder nur halbvoll der Flieger. Wie sich die Zustände doch gleichen, bloss gabs diesmal keine Probleme.

Allerdings wollte ich noch den Vouyer einlösen. In Johannesburg beim BA Counter gefragt werde ich auf Windhoeks Comair-Counter verwiesen. Gesagt, gefragt - aber leider besteht keine Comair-Verbindung von Windhoek nach Cape Town (erst in einigen Monaten) und über Johannesburg wäre dann doch ein bisschen viel. Also doch eine Busfahrt, wird werden sehen.

Und dann genieße ich einen wunderschönen Ausblick auf die Kalahari, das Einschweben in Windhoeks Hosea Kutaki und die Fahrt mit dem Shuttle durch eine atemberaubende Landschaft zwischen Flughafen und Windhoek. Übrigens: Der Münchener Flughafen ist doch nicht der einzigste, der nur aus der Luft erreichbar ist und die Verbindung zu seiner Stadt verloren hat. Auf Windhoek Hosea Kutuaki trifft dies noch viel mehr zu. Und man fragt sich doch glatt, warum dieses schöne Nest gleich zwei Flughäfen braucht.

Slidshow zu den Reisebildern

Sunday, February 12, 2006

Ich bin dann mal weg ...

und in den nächsten Tagen finden man mich

Windhoek am 13. und 15. Februar 2006

in Swakopmund vom 15. bis 19. Februar 2006

in Cape Town vom 20. bis 26. Februar 2006

und in Dubai am 27. Februar 2006









und lass mich unterwegs verwöhnen von Emirates und Intercape Mainliner


Berichte und Bilder folgen.