Am nächsten Tag stand dann der Aufstieg zum Tafelberg an. Für jeden Cape Town-Besucher eigentlich ein muss und da ich ja das letzte Mal nicht nur zum Vergnügen hier war, mußte dies unbedingt nachgeholt werden. Es gibt zahlreiche Wege, um auf den Hausberg der Capetowniens zu bezwingen. Der einfachste ist die Cable Car (wenn Strom vorhanden ist). Wer mich kennt, kann sich natürlich denken, dass ich den schwierigsten Aufstieg ausgesucht hatte. Am Anfang lief die Sache auch ganz gut. Flotten Schrittes bin ich losgegangen und Sascha „Blanche“ schnurstracks hinterher. Man lernt bei so einem Aufstieg eine ganze Menge netter Leute kennen, sagt „Hallo“ und geht weiter. Bei der nächsten Pause kommen die Gruppen dann hinterher und wünschen einem selber wieder alles Gute. Bis das Plateau erreicht ist, sieht man so eigentlich immer die selben Leute und irgendwie gibt dies doch ein Gefühl von Sicherheit. Geübte Capetowniens schwirren dann schon einmal singend an einem vorbei und bevor ich selber den Berg erklommen hatte, kam der Mann mittleren Alters bereits zurück, als wäre nichts gewesen - während dessen ich noch nicht mal das Plateau erreicht hatte und schon ziemlich am Ende meiner Kräfte war. Irgendwie scheint es wohl hier ein Sport zu sein, den Table Mountain zu erklimmen.
Also ging es weiter, der Schritt war schon nicht mehr ganz so stramm wie am Anfang und zwischendurch war mir doch einfach die Luft weggeblieben. Die Sonne stand auch zwischenzeitlich immer höher und sagte mir unnachgiebig, dass sie eine unheimliche Strahlkraft besitzt und ich immer fortlaufend was trinken soll. Gesagt getan und die Zeit zwischen den Rasten wurde immer kürzer.
Und da ich ein Sonntagskind (fast) bin, war die Aussicht einfach hervorragend. Südlich bis Cape Point, nördlich und östlich bis weit ins Land, westlich ging der Blick nach Robben Island. Als ich zwei Tage vorher angekommen war, sah dies noch ein wenig anders aus und der Table Mountain hüllte sich in Wolken, einen Tag später im Smog.
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