Cape Town wie es ist. Lebendig, hektig und einfach mal wieder unendlich warm. So ist es halt, wenn man tief in den Süden fährt.
Gleich am zweiten Tag stand eine Stadttour an und es wahr doch erstaunlich, wie wenig sich in fünf Jahren verändert hat. Sofort erkannte ich wieder unser altes Hotel in der Buitengracht, Marco´s African Place - eines der besten traditionellen Restaurants in Cape Town -, V&A Waterfront und die Long Street. Wer das alte Cape Town sehen will, geht am besten in die Long Street. Die zahlreichen Cafe, Bars und Backpackers sind alle noch in den alten kolonialen Gebäuden untergebracht und wie man in Windhoek und Swakopmund in die frühen zwanziger Jahre des Golden Age in Deutschland zurückversetzt wird, so wird man sich hier im viktorianischen Zeitalter wiederfinden. Zwar sind die Farben nicht mehr ganz orginal, aber man erahnt, wie Cape Town früher mal ausgesehen hat. Leider ist man jetzt auch langsam dabei, diesen tradtionellen Baustil einzureisen und durch neuere Einheitsbauten zu ersetzen. Ob damit wirklich die Kriminalität bekämpft werden kann?
Und dann die gute Waterfront. Hier bekommt man eigentlich alles, was der Mensch so im Alltag braucht und so wird Waterfront nicht nur für Touristen zum Anziehungspunkt, sondern ist auch für jeden in Cape Town lebenden zur Versorgung mit den notwendigen Dingen unerläßlich geworden. Angefangen natürlich beim Geld (wobei das Bankkonto trotzdem noch gedeckt sein muss) über Kleidung bis zum ganz normalen Haushaltsbedarf findet sich hier wirklich alles. Und noch nicht einmal wirklich teuer. Wer meine Leidenschaft für Bücher kennt, wird sich sicher denken können, dass dies einer der Anziehungspunkte gewesen sein wird, aber dies hatte ich schon vor fünf Jahren getestet und in Waterfront gibt es einen wirklich gut sortierten Buchladen, der vor allem zu afrikanischen Geschichte und Politik zu empfehlen ist.
Übrigens fiel mir da noch die Servicegesellschaft auf, die sich hier in einer in Deutschland kaum vorstellbaren Güte zeigt. Ich war kurz in Shoprite, weil ich nicht nur von Luft und Liebe leben kann. Die Bananen auf die Waage gelegt wußte ich doch überhaupt nicht, wie ich diese bedienen sollte und ehe ich mich versah, streckte ein freundlicher gutaussehender junger Mann seine zarten Finger aus, drückte die richtigen Tasten und half mir weiter. Als ich nach einer Wassermelone fragte und diese nicht in der Auslage zu finden war, ging er schnurstracks in Lager und wollte sie für mich holen, allerdings hatten sie wirklich keine mehr vorrätig. Und wenn man an der Kasse bezahlt, langen sofort nach der Kassiererin Hände zu, um die Sachen in tragefähige Pakete zu verpacken und einem im Zweifel auch noch bis ins Auto zu bringen. So etwas wünsche ich mir doch auch in Deutschland und da macht das Einkaufen wirklich Spaß.
Ein bisschen hab ich mich allerdings doch wieder gefühlt, als wäre ich in Ghana. Da wollten wir doch glatt zum Essen fahren - und die Stadt war plötzlich dunkel. Stromausfall in der ganzen Stadt. Was ich schon aus Accra und Kumasi kannte, bloß das die Ghanesen aufgrund der ständig auftretenden Stromausfälle besser vorbereitet sind und recht schnell ein Generator zu rattern beginnt. Darauf sind die CapeTowniens noch nicht so vorbereitet und sie hoffen, dass sie die Probleme der Stromversorgung auch relativ schnell wieder in den Griff bekommen.
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