Nun hieß es, doch die restlichen Tickets - für den Bus - zu kaufen. Der Flug von Windhoek nach Cape Town hatte ja nicht funktioniert und der Bus fuhr auch erst am Montag nach Cape Town. Also verschiebt sich alles um einen Tag, ein Tag weniger Cape Town, ein Tag mehr Swakopmund.
Also nutzte ich den einen gewonnenen Tag Windhoek, um das nachzuholen, was mir fünf Jahre vorher nicht gelungen war. Eine kleine Citytour durch die namibisch-deutsche Stadt.
Als ich dann mal fragte, ob es denn erlaubt ist, die Treppen zum Parlament hochzugehen, gab es kein Problem. Als ich dann jedoch den roten Teppich betrat und mich nicht als First Lady oder eine ähnlich hochgestellte Person ausweisen konnte, war es vorbei und mir wurde gesagt, ich sollte doch besser mal wieder den Abstieg wagen. Gesagt getan, dass innere des Parlaments bleibt also aufgehoben und so werde ich dies beim nächsten Mal ebenso erst in Angriff nehmen können ebenso wie das innere der Christus Church zu inspizieren.
Also wieder den Berg des Tintenpalastes runtergelaufen. Man nehme dann den kleinen, aber feinen Craft Market war, der einlädt zum Shoppen und Handeln. Man beachte dabei jedoch, schauen ist erlaubt, aber wer einmal nach dem Preis fragt, ist zum Kauf verpflichtet und beleidigt den Händler, wenn er nicht handelt.
Und dann gibt es da noch die Sanlam Mall. Für eine Kleinstadt durchaus ansehnlich, aber viel findet man dort nicht. Hier hab ich übrigens mal wieder meiner dritten Leidenschaft auf Reisen gefrönt: der Inspizierung von Buchhandlungen. Wirklich gut sortiert waren sie eigentlich nicht, gerade was die Bereiche History and Politics angeht. Diese beschränkte sich vor allem auf Namibia und Südafrika. Wer sich über die Geschichte dieses schönen Landes informieren möchte findet dazu dann doch eine bessere Auswahl 500 Meter weiter weg in einer wunderschönen kleinen deutschen Buchhandlung, die wirklich deutschsprachig ist und nahezu ausschließlich deutschsprachige Literatur verbreitet. Diese ist durchaus ausgewogen und nicht ganz so konservativ wie die „Allgemeine Zeitung“.
Und auch die Frage der Kriminalität sollte nicht überbewertet werden. Am hellichten Tag sollte man sicher auch vollkommen abgeschiedene Plätze meiden, aber ansonsten findet man durchaus überall Männer von der Sicherheit, die einem das Gefühl von Sicherheit vermitteln. Beachtet man noch einige Grundregeln wie die Vermeidung der Sichtbarkeit von Goldketten dürfte dem vergnüglichen Stadtbummel eigentlich nichts mehr im Wege stehen und sei empfohlen. So lernt man diese kleine Stadt dann doch ein wenig besser kennen als in der Sterilität eines Autos, welches schnell mal vorbeifährt.
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