Sunday, February 19, 2006

Swakop ... 2. Teil

Mal zurück zu Swakopmund, wohl der deutschesten Stadt südlich des Äquators. Könnte man eigentlich meinen. Kommt man in irgendein Geschäft rein - die Auswahl ist da relativ beliebig - wird man relativ grundsätzlich mit „Hallo“ oder „Guten Tag“ angesprochen. Die englische Sprachversion des ganzen findet man eher spärlich oder wenn man selbst dem Englischen verfallen ist. Setzt man sich in ein schönes Café bei Sonnenschein am Straßenrand so findet man ringsum eine deutschsprechende Gemeinde, wo man schlecht zuordnen kann, ob es sich um Touristen oder Einheimische handelt. Bloß etwas ist ganz anders, die vielen Palmen zeigen einem dann doch, dass man sich geographisch noch in den Tropen befindet. Im Gegensatz zu Ghana plagen mich diesmal bloß keine Mücken und ich benötige auch keine Malariaprophylaxe.

Was einem sofort auffällt, sind die breiten Straßen. Man könnte denken, der alte Kaiser Wilhelm hätte sie für Paraden gebraucht. Aber nachdem er nie dieses Land betreten hatte und die wenigen Truppen auch eher mit etwas anderem beschäftigt waren, müssen sie dann doch einen anderen Zweck erfüllen. Und das haben sie schließlich auch, denn die Ochsenkarren wollten schließlich auch irgendwo wenden.

Allerdings nimmt die Straßenbreite der kleinen beschaulichen Stadt irgendein ein wenig das Flair, da hier insbesondere die mittlere Begrünung fehlt. Wo dies gemacht wurde, wie in der alten Poststraße gleich beim Rathaus findet man dieses Flair einer südlichen deutschen Stadt, die viel Charme und Liebe hat. Gerade aufgrund der niedrigen Bebauung fallen die Straßenbreiten ganz besonders auf.

Und die deutsche Zeit ist hier in gewissen Grenzen irgendwie noch stehen geblieben. Das alte Kriegsdenkmal für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges mit dem Kreuz in den Reichskriegsfarben wurde für die gefallenen des Zweiten Weltkrieges erweitert. Und heroisch wird natürlich auch den gefallenen deutschen Soldaten bei der Niederschlagung des Herero-Aufstandes gedacht. Deutschland ist hier unverkennbar. Aber man sollte sich nicht zu früh freuen. Nach und nach werden alle deutschen Straßennamen - selbst so unscheinbare wie die „Poststraße“ getilgt und durch namibische Nationalhelden ersetzt. Ausnahmen sind natürlich zulässig, Fidel Castro und Robert Mugabe sei dank. So werden auch die alten Freunde des Unabhängigkeitskampfes beglückt, fehlt eigentlich nur noch Erich Honecker. Auch dies ist ein Weg, mit der Geschichte umzugehen. Ob immer der richtige, ist natürlich eine ganz andere Frage.

Und ganz zum Schluß noch einen Tip, wer eine Unterkunft sucht. Im Duneside Guesthouse ist man immer herzlich willkommen. Die Gastgeberin ist auf das herzlichste bemüht, den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Viele Tipps für Ausflüge, Essengehen und Shopping sind immer parat und beim morgendlichen Frühstück ist immer ein netter Plausch über Gott und Welt und den Namibia drin.

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