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Monday, February 20, 2006

24 Stunden ... Swakop nach Cape Town

Nach vier Tagen hieß es dann von Swakopmund Abschied nehmen und quasi zur vorletzten Etappe dieser Reise aufzubrechen. 24 Stunden war die Bustour geplant, von Swakopmund nach Windhoek und dann gleich weiter nach Cape Town. Obwohl die Strecke ziemlich lang erscheint, so ist sie es doch nicht. Zwei Dinge verkürzen die Reisedauer ungemein: einerseits lernt man(n) ganz nette Leute kennen, da die Bustour bevorzugt von jungen Leuten unternommen wird und zweitens erlebt man die Landschaft niemals aus der Luft in der atemberaubenden Schönheit.

Wer beispielsweise noch nie einen Termitenhügel gesehen hat, wird dies auf der Strecke von Swakopmund vor Okahandja zur Genüge tun können. Einfach zum Fenster hinausschauen und wenn man einen verpaßt hat, kommt der nächste relativ schnell. Fährt man dann südlich aus Windhoek nach Cape Town heraus, so wird es zwar recht schnell dunkel, aber zumindest Anfangs kann man noch erahnen, wie die Steppenlandschaft einen einfangen kann.

Irgendwann gegen 3.00 Uhr in der Nacht wird man dann für die Passkontrolle gewechselt. Obwohl beides SADC-Staaten haben Namibia und Südafrika noch getrennte Grenzposten, so dass die Stewardess für die südafrikanische Paßkontrolle schon sagt: „Same procedere.“ Alle aussteigen, die Frage nach der Aufenthaltsdauer (immer ein paar Tage zugeben) beantworten und wieder einsteigen. Incape Mainliner ist dabei um seine Passagiere übrigens ziemlich besorgt und bevor der Bus nach Rasten abfährt, zählt eine der beiden Stewardessen immer durch, ob auch alle Schäfchen anwesend sind.

Erwacht man(n) am nächsten Morgen in Südafrika so in den Highlands der Northern Cape Province. Zunächst etwas rau und unbewachsen kommt rasch wieder die bekannte Steppenlandschaft, die bereits aus Namibia bekannt ist. Und rechts und links tauchen Weingüter, Obst- und Olivenplantagen auf. Zwar hält der Bus nicht, aber sollte man mal mit dem Auto anreisen, so lohnt sich ein Stopp sicher, denn die Weine des Kaps sind ja durchaus ziemlich berühmt.

Wenn man Glück hat, zeigt sich Südafrika auch deutlich einladender. Diesmal hat es bereits in Windhoek angefangen zu regnen und dies hat sich ziemlich bis Cape Town durchgehalten. Die Berge der Highlands waren dadurch doch ziemlich Wolkenverhangen, aber unter den Wolken kann gibt es schließlich auch genug zu sehen.

Und dann geht es nach Cape Town rein. Rund um den Tafelberg - auch ein wenig wolkenverhangen - zeigt sich Cape Town. Aber dazu mehr später.

Sunday, February 19, 2006

Swakop ... 2. Teil

Mal zurück zu Swakopmund, wohl der deutschesten Stadt südlich des Äquators. Könnte man eigentlich meinen. Kommt man in irgendein Geschäft rein - die Auswahl ist da relativ beliebig - wird man relativ grundsätzlich mit „Hallo“ oder „Guten Tag“ angesprochen. Die englische Sprachversion des ganzen findet man eher spärlich oder wenn man selbst dem Englischen verfallen ist. Setzt man sich in ein schönes Café bei Sonnenschein am Straßenrand so findet man ringsum eine deutschsprechende Gemeinde, wo man schlecht zuordnen kann, ob es sich um Touristen oder Einheimische handelt. Bloß etwas ist ganz anders, die vielen Palmen zeigen einem dann doch, dass man sich geographisch noch in den Tropen befindet. Im Gegensatz zu Ghana plagen mich diesmal bloß keine Mücken und ich benötige auch keine Malariaprophylaxe.

Was einem sofort auffällt, sind die breiten Straßen. Man könnte denken, der alte Kaiser Wilhelm hätte sie für Paraden gebraucht. Aber nachdem er nie dieses Land betreten hatte und die wenigen Truppen auch eher mit etwas anderem beschäftigt waren, müssen sie dann doch einen anderen Zweck erfüllen. Und das haben sie schließlich auch, denn die Ochsenkarren wollten schließlich auch irgendwo wenden.

Allerdings nimmt die Straßenbreite der kleinen beschaulichen Stadt irgendein ein wenig das Flair, da hier insbesondere die mittlere Begrünung fehlt. Wo dies gemacht wurde, wie in der alten Poststraße gleich beim Rathaus findet man dieses Flair einer südlichen deutschen Stadt, die viel Charme und Liebe hat. Gerade aufgrund der niedrigen Bebauung fallen die Straßenbreiten ganz besonders auf.

Und die deutsche Zeit ist hier in gewissen Grenzen irgendwie noch stehen geblieben. Das alte Kriegsdenkmal für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges mit dem Kreuz in den Reichskriegsfarben wurde für die gefallenen des Zweiten Weltkrieges erweitert. Und heroisch wird natürlich auch den gefallenen deutschen Soldaten bei der Niederschlagung des Herero-Aufstandes gedacht. Deutschland ist hier unverkennbar. Aber man sollte sich nicht zu früh freuen. Nach und nach werden alle deutschen Straßennamen - selbst so unscheinbare wie die „Poststraße“ getilgt und durch namibische Nationalhelden ersetzt. Ausnahmen sind natürlich zulässig, Fidel Castro und Robert Mugabe sei dank. So werden auch die alten Freunde des Unabhängigkeitskampfes beglückt, fehlt eigentlich nur noch Erich Honecker. Auch dies ist ein Weg, mit der Geschichte umzugehen. Ob immer der richtige, ist natürlich eine ganz andere Frage.

Und ganz zum Schluß noch einen Tip, wer eine Unterkunft sucht. Im Duneside Guesthouse ist man immer herzlich willkommen. Die Gastgeberin ist auf das herzlichste bemüht, den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Viele Tipps für Ausflüge, Essengehen und Shopping sind immer parat und beim morgendlichen Frühstück ist immer ein netter Plausch über Gott und Welt und den Namibia drin.

Friday, February 17, 2006

Wüstenlandschaften

Die Wüste muss man unbedingt besucht haben, wenn man schon in Namibia ist. Vor fünf Jahren waren Florian und ich ja schon mal in der Namib bei Sousovlei, auch wenn es nur ein kurzer Abstecher war. Gelernt daraus habe ich in jedem Fall, eine Kopfbedeckung mitzunehmen und außerdem hatte ich mir bereits bloß bei meinem Stadtrundgang in Windhoek einen ordentlichen Sonnenbrand um die Nasenspitze eingefangen. Der Wind trügt einen doch gewaltig und die Sonne ist trotz allem ziemlich stark. Also schnell in der früh noch einen Sonnenblocker gekauft und aufgetragen und der Tag konnte zu einem vergnüglichen Tag in der Wüste werden. Richtig schon die Temperaturen genießen und einheizen lassen, während in der Heimat alle gut dem Sommer entgegen bibbern.

Es ist schon faszinierend, wenn man eigentlich immer meint, in der Wüste lebt nix. S

Thursday, February 16, 2006

Ein deutsches Seebad ... oder doch Swakopmund?

Und dann hieß es quasi schon wieder Windhoek den Rücken zu kehren und ins Ostseestrandband Swakopmund zu fahren. Aber Stop, irgendwas stimmte dann doch nicht, Swakopmund liegt schließlich in Namibia und am Atlantic und hat mit der Ostsee ungefähr soviel zu tun wie San Francisco. Intercape Mainliner fuhr also überpünktlich los. Am Rande der Strecke konnte man Kututura erkennen, das Township Windhoeks quasi, von dem vor allem als Ort der Gewalt berichtet wird. Auch wenn die Strecke nicht durch Kututura führt, so kann man doch am Straßenrand einen ungefähren Eindruck gewinnen. Und die Bewohner strömen geradewegs ihrer Arbeit in der Innenstadt entgegen.

Da kommt dann auch der Gedanke auf, dass eines Windhoek fehlt: eine ÖPNV-System. Das wäre beispielsweise was, welches sich durchaus lohnen würde. Nun sind die meisten Namibianer zwar relativ laufunlustig - „Sie wollen in die Stadt laufen? Das ist doch ziemlich weit.“ 15 Minuten waren es dann. -, aber sicher wäre es doch ganz sinnvoll.

Die Fahrt mit dem Bus lohnt sich aber dafür wirklich. Zwar wurde ich vergangene Woche noch etwas entgeistert angeschaut, dass ich nicht Business Class fliege, sondern mit dem Bus nach Cape Town fahre, aber dafür genieße ich die Landschaft unterwegs - immer diese verwöhnten Luxusgören. Aber nur so erlebt man die Landschaft doch wirklich und bekommt ein Gefühl für die Schönheit dieses Landes mit seiner bunten Vielfalt. Vorbei an den Steppenlandschaften des Hochlandes taucht man irgendwann nach zwei Stunden ein in die Schönheit einer Wüste. Diesmal zwar keine Sand-, sondern eine Geröllwüste. Aber auch diese hat aufgrund ihrer Kargheit ihren Reiz.

Da fallen übrigens im ganzen Land die zahlreichen Flußbetten ohne Flüsse auf. Bereits wenn man vom Flughafen nachWindhoek reinfährt, kommt man am ausgetrockneten Bismarck vorbei. Allerdings stellt sich durchaus die Frage, ob in einige Flußbetten jemals irgendein Bächlein geflossen ist und man nimmt es einfach mal an.

Wednesday, February 15, 2006

Windhoek

Nun hieß es, doch die restlichen Tickets - für den Bus - zu kaufen. Der Flug von Windhoek nach Cape Town hatte ja nicht funktioniert und der Bus fuhr auch erst am Montag nach Cape Town. Also verschiebt sich alles um einen Tag, ein Tag weniger Cape Town, ein Tag mehr Swakopmund.

Also nutzte ich den einen gewonnenen Tag Windhoek, um das nachzuholen, was mir fünf Jahre vorher nicht gelungen war. Eine kleine Citytour durch die namibisch-deutsche Stadt.

Nun war gerade an diesem Tag die Eröffnung der Parliamentary Session, was zur Folge hatte, dass ich gleich zwei meiner Lieblingsbesichtigungen nicht nachkommen konnte. Sowohl das Parlament als auch die Christus Kirche war geschlossen. Ein Offizier hat mir dann erstmal erläutert, was so gerade vor sich geht an der Christus Church und so war ich auf eine freundliche Art über die wichtigsten Dinge informiert. Als ich ihm sagte, dass unsere Parlamentsferien im Sommer von Juni bis August stattfinden, hat er sich gar nicht mehr einkriegen können. Denn das Sommer nicht im Dezember bis Februar ist, konnte er gar nicht glauben und hielt das eher für ein Stück aus dem Tollhaus. Und das, obwohl seine Tochter in London studiert. Aber ich muss mich schließlich auch erst daran gewöhnen, dass ich im Winter bei 25 Grad durch die Straßen wandere ohne dicke Jacke, Handschuhe und sonstige kälteabweisenden Utensilien. Einfach in einer dünnen Baumwollhose und einem Sommerhemd.

Als ich dann mal fragte, ob es denn erlaubt ist, die Treppen zum Parlament hochzugehen, gab es kein Problem. Als ich dann jedoch den roten Teppich betrat und mich nicht als First Lady oder eine ähnlich hochgestellte Person ausweisen konnte, war es vorbei und mir wurde gesagt, ich sollte doch besser mal wieder den Abstieg wagen. Gesagt getan, dass innere des Parlaments bleibt also aufgehoben und so werde ich dies beim nächsten Mal ebenso erst in Angriff nehmen können ebenso wie das innere der Christus Church zu inspizieren.

Also wieder den Berg des Tintenpalastes runtergelaufen. Man nehme dann den kleinen, aber feinen Craft Market war, der einlädt zum Shoppen und Handeln. Man beachte dabei jedoch, schauen ist erlaubt, aber wer einmal nach dem Preis fragt, ist zum Kauf verpflichtet und beleidigt den Händler, wenn er nicht handelt.

Und dann gibt es da noch die Sanlam Mall. Für eine Kleinstadt durchaus ansehnlich, aber viel findet man dort nicht. Hier hab ich übrigens mal wieder meiner dritten Leidenschaft auf Reisen gefrönt: der Inspizierung von Buchhandlungen. Wirklich gut sortiert waren sie eigentlich nicht, gerade was die Bereiche History and Politics angeht. Diese beschränkte sich vor allem auf Namibia und Südafrika. Wer sich über die Geschichte dieses schönen Landes informieren möchte findet dazu dann doch eine bessere Auswahl 500 Meter weiter weg in einer wunderschönen kleinen deutschen Buchhandlung, die wirklich deutschsprachig ist und nahezu ausschließlich deutschsprachige Literatur verbreitet. Diese ist durchaus ausgewogen und nicht ganz so konservativ wie die „Allgemeine Zeitung“.

Für alle Namibia-Reisende sei übrigens das AUAS CITY HOTEL empfohlen. Auch wenn mein beruflich geübtes Auge so einige kleinste Mängel feststellen sollte - ein wenig mehr Farbe wäre eines -, so sei es doch empfohlen. Überaus freundliche Damen am Empfang, eine zuvorkommende Küchenchefin und ein nettes Flair. Wer also keinen großen Wert auf Luxus, sondern Praktibalität legt, ist hier gut bedient. Wenn die Bauarbeiten zur Erweiterung der angrenzenden Mall fertig sind, ist auch dieses Problem endgültig ausgestanden. Und obwohl es als City Hotel für Windhoeker Verhältnisse doch ein wenig abseits liegt, ist man innerhalb von 15 Minuten locker an der Independence Avenue, also auch dies kein Problem.

Und auch die Frage der Kriminalität sollte nicht überbewertet werden. Am hellichten Tag sollte man sicher auch vollkommen abgeschiedene Plätze meiden, aber ansonsten findet man durchaus überall Männer von der Sicherheit, die einem das Gefühl von Sicherheit vermitteln. Beachtet man noch einige Grundregeln wie die Vermeidung der Sichtbarkeit von Goldketten dürfte dem vergnüglichen Stadtbummel eigentlich nichts mehr im Wege stehen und sei empfohlen. So lernt man diese kleine Stadt dann doch ein wenig besser kennen als in der Sterilität eines Autos, welches schnell mal vorbeifährt.

Da ist mir dann übrigens bereits beim Aufstehen ein Bild aufgefallen, was sich wohl in der Grundtendenz irgendwie auch in die Heimat übertragen läßt. Einer arbeitet und ungefähr zwanzig Andere schauen im aufmerksam dabei zu. Am Nachmittag war das Bild zwar ein wenig ausgeglichener, aber die das eigentlich auffällige blieb doch erhalten. Und die Wahrnehmung ist auch relativ baustellenunabhängig. Warum kam mir dieses Bild nur so bekannt vor?

Saturday, November 18, 2000

Tote Hasen und ein zerfetzter Reifen

Mom ist beruhigt, mein Bruder kümmert sich im Zweifel um alles.

Florian gibt Gas und das im wahrsten Sinne des Wortes. Nach einer kurzen Rast am Rande der einzigen befestigten Überlandstraße in Namibia geht es auf die Schotterpiste und Dank Florian müssen mindestens drei Hasen ihr Leben lassen. Zumindest hätte er anhalten und mir am nächsten Tag Hasenbraten machen können.

Man könnte jedoch sagen, mit jedem toten Hasen meldet sich um so stärker das Rad zu Wort. Irgendwann wird dann jenes, was wir als normal für eine Schotterpiste angesehen haben, uns doch etwas zu laut und wir denken, wir halten mal kurz an. Und man könnte denken, der brennende Flieger hätte noch nicht gereicht so sahen wir ein total zerfetzten Reifen. Nun kann ich dies nicht ganz auf Florians hasentötende Fahrweise schieben, denn irgendwann - die Hasen werden es danken - hatten wir doch den Fahrer- und Beifahrersitz getauscht. Nützte aber alles nix, der Reifen musste gewechselt werden. Florians Papa sei Dank hatten wir eine Taschenlampe dabei, ich sorgte also dafür, das Florian ins rechte Licht gerückt Arbeiten konnte. Das nennt man(n) doch Arbeitsteilung - aber wir wollten auch weiterfahren.


Irgendwann nach weiteren Stunden auf vereinsamten Wegen und durch eine wirklich stockdunkle Nacht erreichten wir unsere Logde gegen 1 Uhr. Das mit der stockdunklen Nacht ist übrigens wörtlich zu nehmen, denn da weit und breit keine Stadt sich aus dem Boden emporhebt, sieht man nicht mal die Hand vor seinem Gesicht, wenn der Mond und die Sterne verdeckt sind. Also 1 Uhr bellten zwar die Hunde, aber unser Gastgeber war zwischenzeitlich zu Bett gegangen. Gut das Florian angerufen hatte und so konnten wir ihn bedenkenlos wecken, wenn er nicht durch seinen bellenden Hund sowieso erwacht war. Viel Interesse für die Natur hatten wir dann nicht mehr und sind nur noch ins Bettchen gefallen und sofort eingeschlafen.

Friday, November 17, 2000

Reisestart mit Hindernissen

Der IFLRY-Jahreskongress stand an und da JuLis wissen, wie sie die Welt sehen ging es diesmal nach Cape Town. Ich aber war urlaubsreif und deshalb sollte es vorher zur Entspannung nach Namibia gehen. Florian wollte mit oder wollte nicht mit, nach längerem Reifungsprozess entschloss er sich dann doch mal Namibia auszuprobieren.

Da ich zuvor noch ein Seminar in Gummersbach machen durfte, ging es für mich von Düsseldorf über London, während Florian von München über Zürich flog. In Johannesburg sahen wir uns dann wieder, er saß schon beim Kaffeeschlürfen, war ja auch schon eine Stunde vor mir in Johannesburg gelandet. Bis auf die kleinen Windboen beim Landesanflug ging bis dahin noch alles glatt. Florian war schon gestartet in Richtung Windhoek und ich sollte eine Stunde später nachkommen. Die Boeing 727-100 von Comair startete natürlich auch, bloss kam sie in Windhoek nicht an. Denn nachdem die Stewardessen - es war kein einziger Steward auf diesem Flug - gerade mit dem ersten Service durch waren, strömten sie zusammen, blickten in ihre Notfallkarten ... und machten die Durchsage: "Wegen eines Brands im Triebwerk müssen wir leider nach Johannesburg zurückkehren." Schnell mal die Notlandeposition geübt, die wichtigsten Sachen wie Reisepass und Kreditkarte aus der Tasche genommen und schon waren wir wieder in Johannesburg - abseits des Terminals. Das kleine Feuerschen war zwar schon wieder gelöscht, aber die Feuerwehr empfing uns trotzdem. Die ganze Aufregung war also umsonst - aber wie komme ich nun nach Windhoek, da wartet ja jemand auf mich ...
Erstmals durfte ich in der netten Lounge von British Airways Platz nehmen und das selbe Problem tat sich auch bei anderen Passagieren auf. Eine Familie mit zwei kleinen Kindern hing schon seit zwei Tagen in Johannesburg, tolle Aussichten. Erstmal mit Florian telephoniert, der
schon in Windhoek wartete, aber sagen konnte ich noch nichts. Er sollte schonmal den Wagen holen ... ich meld mich wieder.
Und dann gab es noch ein anderes Problem, meine liebe Mom. Wenn die erfährt, dass in Südafrika ein Flugzeug notgelandet ist, kriegt sie die Panik. Wenn ich mit ihre telephoniere, werd ich arm - der Ausweg war dann doch mein Bruder, der schnell eine SMS mit den wichtigsten Informationen bekam: "Torsten ist notgelandet, alles heil geblieben."

British Airways war dann so frei und hat mir einen Flug mit Air Namibia spendiert. Kleine süsse Maschine und ich nahm auch noch eine österreichische Mutter mit ihrer Tochter mit. Sprachen kein Wort Englisch und haben mich gebeten, ihnen in Windhoek zu helfen.
Florian informiert, er soll nach Eros kommen und wann ich Lande und schonmal das Gaspedal klarmachen, damit wir schnell starten können. Und schon gings los, ne kleine süsse Maschine, neben mir ein Mitarbeiter von namibianischen oder südafrikanischen Wasserministerium, der
mich rasch mal über die aktuelle Lage informiert hat und schon gabs was zu essen. Der Kaffee viel aus: "Ladies and Gentlemen, we have a problem ... with the coffeemaker." Nach den ersten Worten dachte ich eigentlich schon, so ein Triebswerksbrand wird doch nicht zweimal am Tag vorkommen ...

In Windhoek waren die Formalitäten schnell erledigt. Von 2B war ich der Erste, der aus der Maschine raus kam, schnell durch den Zoll und die Grenzkontrolle durch, Florian wartete schon und ab gings Richtung Süden.
Stopp, da war doch noch was ... stimmt, die beiden Österreicherinnen. Die hatte ich doch glatt vergessen, so beschäftigt wie ich wiedermal war. Na gut dass in Namibia auch Deutsch gesprochen wird ... das beruhigte mein schlechtes Gewissen ein wenig.